Der Fikkefuchs – Grässlich gut

fikkefuchs-plakat

Wir komm’n rein und jedes Opfer hier guckt

Dieser Scheiß fickt deine Boxen kaputt, denn

Ich bin heut mit meinen Fotzen im Club

Fotzen im Club, Fotzen im Club

Fotzen im Club, Fotzen im Club …” 

 

So schallt es zu Beginn gleich aus den Handylautsprechern von Thorben, einem knapp dreißigjährigen, pornosüchtigen Frauenverachter. Aber halt, der Film ist keine weitere Episode in der derzeit wieder so angeheizten Sexismusdebatte rund um #metoo und #grabherbythepussy. Das Drehbuch wurde sogar schon 2015 geschrieben. Thorben ist krank, das steht schnell fest. Er ist sogar so krank, dass er in die Psychiatrie muss, weil er sich vom bloßen Anblick des Busens der Kassiererin bei Rossmann dazu eingeladen fühlt, die Frau später kurz vor Ladenschluss sexuell anzugreifen.

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Auf Kampf folgt Krampf – das 2. Gesicht der documenta

Ein Bronnbacher_Blick auf die documenta 14
von Tim Pieplau, Bronnbacher Alumnus

Samstag, 16. September 2017 – der vorletzte Tag der documenta. In naiver Vorfreude bewegen wir uns auf Kassel zu, es soll ein schöner Tag werden. Doch bis zum ersten unbestreitbar „schönen“ Kunsterlebnis sollen nach der Ankunft noch acht Stunden vergehen. Uns erwarten eine Schlange vor dem Palais Bellevue sowie eine noch längere Schlange vor der Neuen Galerie. „Das muss man jetzt aushalten“, motivieren wir uns, „drinnen wird es sicher komfortabler“. Doch schnell werden wir eines Besseren belehrt: Ein jeder ist bemüht, heute das Maximum aus dem Tag herauszuholen und seinen persönlichen Nutzen, vermutlich gemessen in der Anzahl der betrachteten Kunstwerke, zu maximieren. So sei es an jedem Samstag, höre ich noch eine Ticketkontrolleurin sagen, bevor diese einer Mutter, Mitgefühl vortäuschend, die Mitnahme eines „Care-Pakets“ für ihr Baby verwehrt („zu groß“).

Überhaupt, vorletzter Tag documenta, die Nerven beim Personal scheinen angekratzt zu sein. Continue Reading →

Erobern, Orientieren, Vermuten – das 1. Gesicht der documenta

Ein Bronnbacher_Blick auf die documenta 14
von Tim Pieplau, Bronnbacher Alumnus

Ein Sonntag, 9:35 Uhr. Von Osten über die Fulda kommend erobern wir an diesem Morgen das Gelände der documenta, sprich die Kasseler Innenstadt. Noch sind uns die dutzenden documenta-Orte unbekannt, halten zunächst mit Umweg über die Orangerie auf die documenta Halle zu. Ah, dort die in der Presse hochgepriesene Münzpresse, eine Replika der von Sklaven betätigten Maschinen aus vergangenen Jahrhunderten. Auf dem heutigen documenta-Besuch werden wir zum politischen Denken angehalten (erzogen?), woran sich Kunstkritiker und Feuilletons bereits fleißig abgearbeitet haben – ich bin gespannt. Continue Reading →

Being safe is scary (?)

Ein Bronnbacher_Blick auf die documenta 14
von Rebecca Ullrich, Bronnbacher Stipendiatin

Meine documenta-Premiere beginnt mit der Erkenntnis, dass das Schlusswochenende nicht unbedingt der günstigste Zeitpunkt für einen Besuch ist. Spät- und Kurzentschlossene nutzen die letzte Möglichkeit und strömen zu den Ausstellungsorten in Kassel. Dementsprechend bilden sich Schlangen, die leicht abschreckend wirken. Aber gut – rein ins Getümmel.

Ausgangspunkt für meinen Spaziergang bildet der Friedrichsplatz im Herzen der Stadt. Der breit besprochene Parthenon der Bücher ist mit Ausnahme der Front schon wieder zurückgebaut, und daher eher ein großes, karges Skelett aus Stahl. Ich bin ein wenig enttäuscht darüber, den kompletten Anblick des Parthenons verpasst zu haben. Gleichzeitig macht sich Orientierungslosigkeit breit, da ich mich inhaltlich nicht vorbereitet habe. Wohin nun also?

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