Nachruf Max Pohl


 

Liebe Bronnbacher,

liebe Leser,

eine traurige Nachricht zu Beginn der Adventszeit: Max Pohl, langjähriger Freund und Unterstützer des Bronnbacher Stipendiums, ist am 28.11.2017 verstorben.

Max Pohl war viele Jahren ein engagierter Begleiter, weitsichtiger Impulsgeber und wertvoller Ratgeber für das Bronnbacher Stipendium. Es ist ihm hierbei insbesondere ein Anliegen gewesen, dass die Bronnbacher Stipendiaten nach ihrem Stipendium die Rolle der Kunst- und Kulturkonsumenten verlassen und als Multiplikatoren für kulturelle Anliegen in die Gesellschaft hinein wirken.

Um sein Anliegen zu kommunizieren, war Max Pohl viele Jahren Gast beim Alumiwochenende „Bronnbacher & Friends“. Er nutzte dort und bei vielen anderen Veranstaltungen des Kulturkreises die Möglichkeit, sich mit Stipendiaten und Alumni auszutauschen. Ihm gelang es auf unnachahmliche Art und Weise, präsent zu sein, mit Nachdruck sein Anliegen zu vertreten und gleichzeitig nahezu im Verborgenen oder – wie er selbst sagte – „aus der zweiten Reihe“ zu agieren. Stets suchte er den Dialog mit der jungen Generation, gab Anstöße und zeigte in persönlichen Gesprächen, mitunter auch anhand seiner eigenen Biografie, auf, wie ein entsprechendes Handeln konkret aussehen könnte. Darüber hinaus brachte sich Max Pohl mit seinen Erfahrungen, aber auch seinen Kontakten in Politik und Wirtschaft bei der Vorbereitung der Bonameser Gespräche ein.

Neben diesem inhaltlichen Wirken ermöglichte Max Pohl durch seine großzügige finanzielle Unterstützung die Überarbeitung des Bronnbacher Blogs, den Druck des Herausgeberbandes „Bronnbacher Positionen“ sowie dessen Versand an Mitglieder des Kulturkreises und Bronnbacher Alumni im vergangenen Jahr.

Viele von uns haben ihn kennen und schätzen gelernt. Er wird uns fehlen, aber seine Gedanken und Impulse werden hoffentlich weiterhin den Bronnbacher Geist begleiten. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und Familie.

 

Martin Schwemmle
Oliver G. Spalt


 

Der Fikkefuchs – Grässlich gut

fikkefuchs-plakat

Wir komm’n rein und jedes Opfer hier guckt

Dieser Scheiß fickt deine Boxen kaputt, denn

Ich bin heut mit meinen Fotzen im Club

Fotzen im Club, Fotzen im Club

Fotzen im Club, Fotzen im Club …” 

 

So schallt es zu Beginn gleich aus den Handylautsprechern von Thorben, einem knapp dreißigjährigen, pornosüchtigen Frauenverachter. Aber halt, der Film ist keine weitere Episode in der derzeit wieder so angeheizten Sexismusdebatte rund um #metoo und #grabherbythepussy. Das Drehbuch wurde sogar schon 2015 geschrieben. Thorben ist krank, das steht schnell fest. Er ist sogar so krank, dass er in die Psychiatrie muss, weil er sich vom bloßen Anblick des Busens der Kassiererin bei Rossmann dazu eingeladen fühlt, die Frau später kurz vor Ladenschluss sexuell anzugreifen.

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Lo.Li.Ta. – Drei Silben, drei Gedanken

Lolita Motive Tokyo

Lolita von Vladimir Nabokov nach einem Jahr als Bronnbacher Stipendiat – von Falko Gauß, 13. Jahrgang

Ich bin gerade auf einem Forschungsaufenthalt in Tokio und brüte dort über mathematischen Problemen. Insbesondere untersuche ich hier unter Anleitung meines Gastgebers an der Tokyo Metropolitan University Stokes-Phänomene bei exzeptionellen Singularitäten. Beim Nachdenken kommen mir gleichzeitig aber auch einige Gedanken zum Bronnbacher Programm und zu meinem Lieblingsbuch Lolita von Vladimir Nabokov in den Sinn. Diese möchte ich teilen. Continue Reading →

Literaturwochenende mit Stefan Weidner

Erzählt von Falko Gauß, 13. Jahrgang

Im Dachstuhl der Klosterkirche Bronnbach

Im Dachstuhl der Klosterkirche Bronnbach

Zurück im Kloster Bronnbach. Diesmal zum Literaturwochenende. Vieles hier ist nun schon routinierter und wesentlich vertrauter als beim ersten Mal. Dass Bronnbach trotzdem immer wieder mit unbekannten Perspektiven aufwartet, erlebten wir zunächst bei einer Führung durch den Dachstuhl der Klosterkirche. Beim anschließenden Konzert des Pianisten Fabian Müller und der Streichmusiker des Goldmund Quartetts konnten wir der wundervollen Musik von Ravel, Bartók, Beethoven und Haydn lauschen. Aber Halt, bevor wir lauschen durften, hörten wir die Erklärungen von Fabian Müller. Er versuchte die Musik für seine Zuhörer zu erklären, zu interpretieren, ja fast zu übersetzen. Continue Reading →

Malereiwochenende mit Carsten Fock

Carsten inmitten des 13. Jahrgangs

Erzählt von Joachim Weber, 13. Jahrgang

Kunst lebt von dem Unvermögen, dem Nichtkönnen.

Während das Einführungswochenende sehr durch lebhaften Austausch untereinander geprägt war, war das Malereiwochenende fast meditativ. Stundenlanges Malen, Reflektieren, Wagen, Scheitern, Gewinnen. Im Fokus lag der Prozess.
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