The Art of Music, ein Bericht über die Ghetto Classics, einem Kultur-Projekt in den Slums von Nairobi

von Anna-Sophie Brüning, Dirigentin, Initiatorin und Akteurin mehrerer Kulturprojekte im In-und Ausland und Referentin des Musikwochenendes des 15. Jahrgangs des Bronnbacher Stipendiums*

Kannst du vielleicht die Fenster zumachen, frage ich einen jungen Geiger? Großes Gelächter. Hier hat schon viele Jahre niemand mehr ein Fenster zugemacht. Der Wind weht fortwährend alle Notenblätter von den Pulten und der Gestank, der mit dem Wind hereinkommt, ist bestialisch. Den zweiten Stock des Hauses, das die Ghetto Classics beherbergt, kann man nur erreichen, wenn man sich die Nase zuhält. Der Geruch der Toiletten aus dem Erdgeschoss wird jedoch im ersten Stock sofort durch den noch viel schlimmeren Geruch nach brennendem Plastik abgelöst. Ungefähr zwanzig Meter neben dem fensterlosen Probenraum beginnt die grösste Müllhalde Nairobis und die brennt und brennt, soweit das Auge reicht.

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Elizabeth Njoroge, eine Frau, von der alle nur mit grösster Hochachtung sprechen, bringt mich morgens um zehn Uhr in den Slum nach Korogocho. Continue Reading →

Nachruf Max Pohl


 

Liebe Bronnbacher,

liebe Leser,

eine traurige Nachricht zu Beginn der Adventszeit: Max Pohl, langjähriger Freund und Unterstützer des Bronnbacher Stipendiums, ist am 28.11.2017 verstorben.

Max Pohl war viele Jahren ein engagierter Begleiter, weitsichtiger Impulsgeber und wertvoller Ratgeber für das Bronnbacher Stipendium. Es ist ihm hierbei insbesondere ein Anliegen gewesen, dass die Bronnbacher Stipendiaten nach ihrem Stipendium die Rolle der Kunst- und Kulturkonsumenten verlassen und als Multiplikatoren für kulturelle Anliegen in die Gesellschaft hinein wirken.

Um sein Anliegen zu kommunizieren, war Max Pohl viele Jahren Gast beim Alumiwochenende „Bronnbacher & Friends“. Er nutzte dort und bei vielen anderen Veranstaltungen des Kulturkreises die Möglichkeit, sich mit Stipendiaten und Alumni auszutauschen. Ihm gelang es auf unnachahmliche Art und Weise, präsent zu sein, mit Nachdruck sein Anliegen zu vertreten und gleichzeitig nahezu im Verborgenen oder – wie er selbst sagte – „aus der zweiten Reihe“ zu agieren. Stets suchte er den Dialog mit der jungen Generation, gab Anstöße und zeigte in persönlichen Gesprächen, mitunter auch anhand seiner eigenen Biografie, auf, wie ein entsprechendes Handeln konkret aussehen könnte. Darüber hinaus brachte sich Max Pohl mit seinen Erfahrungen, aber auch seinen Kontakten in Politik und Wirtschaft bei der Vorbereitung der Bonameser Gespräche ein.

Neben diesem inhaltlichen Wirken ermöglichte Max Pohl durch seine großzügige finanzielle Unterstützung die Überarbeitung des Bronnbacher Blogs, den Druck des Herausgeberbandes „Bronnbacher Positionen“ sowie dessen Versand an Mitglieder des Kulturkreises und Bronnbacher Alumni im vergangenen Jahr.

Viele von uns haben ihn kennen und schätzen gelernt. Er wird uns fehlen, aber seine Gedanken und Impulse werden hoffentlich weiterhin den Bronnbacher Geist begleiten. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und Familie.

 

Martin Schwemmle
Oliver G. Spalt


 

Junge Künstler im neuen Offspace „Spreez“ in München

Spreez Logo
Bronnbacher Alumni aus Wissenschaft und Wirtschaft trafen am 22. Mai auf den neueröffneten „Offspace“ SPREEZ in München. Fünf junge Künstler, alle Studierende der Bildhauerei oder Malerei an der Akademie der Künste in München, riefen ihn eigenverantwortlich und auf eigenes Risiko ins Leben. Sie beschäftigen sich mit dem Thema Ausstellungsdisplay, initiieren Austausch und Auseinandersetzung. Von Mirjam Rödter Continue Reading →

Kuboshow: Herne zieht junge Kunstszene an

kuboshow-logo72dpiSeit 16 Jahren bietet die Kunstmesse „Kuboshow“ in den Flottmann-Hallen in Herne jungen Künstlern aus ganz Deutschland eine Plattform. Auch an diesem Wochenende (22./23.10.) bot sie wieder spannende Einblicke in die junge Kunstszene. Von Sarah Meyer-Dietrich. Continue Reading →

Wo gehse, Kulturhauptstadt Teil V: Interview mit Dr. Dieter Nellen (RVR)

R729 + Bildnummer Sarah Meyer-Dietrich sprach mit Dr. Dieter Nellen über das Kulturhauptstadtjahr, über Metropolenanmutungen des Ruhrgebiets und über die Schwierigkeit, dem Ruhrgebiet einen passenden Namen zu geben. Von Sarah Meyer-Dietrich .

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Musik, die die Ordnung sprengt

technophonicWenn ich an Technomusik denke, dann verbinde ich mit dieser eines nicht: klassische Musik. Junge Tanzwütige versus ergraute Eminenzen, „Partytime!“ versus intellektueller Anspruch, Bass, Bass, Bass, Bass versus Streicher, Holz- und Blechbläser im 6/8-Takt. Techno und Klassik scheinen nicht miteinander vereinbar. Aber Technophonic bringt beide zu einer überwältigenden Synthese und fegt die gegenseitigen Vorurteile vom Tisch! Ein geniales Konzerterlebnis. Von Ilse-Dore Gräf. Continue Reading →

„Der letzte Wille“ – das Performancekollektiv She She Pop

sheshepopFrüher oder später stellen sich uns allen dieselben Fragen: Was wird aus den eigenen Eltern im Alter? Wer wird sie betreuen? Wer erhält das Erbe? Es sind Fragen, die sich nicht einfach beantworten lassen. Vor allem weil sich Eltern und Kindern dabei selten einig sind. Und wer bestimmt dann die Spielregeln? Von Ann-Christin Neumann. Continue Reading →