The Art of Music, ein Bericht über die Ghetto Classics, einem Kultur-Projekt in den Slums von Nairobi

von Anna-Sophie Brüning, Dirigentin, Initiatorin und Akteurin mehrerer Kulturprojekte im In-und Ausland und Referentin des Musikwochenendes des 15. Jahrgangs des Bronnbacher Stipendiums*

Kannst du vielleicht die Fenster zumachen, frage ich einen jungen Geiger? Großes Gelächter. Hier hat schon viele Jahre niemand mehr ein Fenster zugemacht. Der Wind weht fortwährend alle Notenblätter von den Pulten und der Gestank, der mit dem Wind hereinkommt, ist bestialisch. Den zweiten Stock des Hauses, das die Ghetto Classics beherbergt, kann man nur erreichen, wenn man sich die Nase zuhält. Der Geruch der Toiletten aus dem Erdgeschoss wird jedoch im ersten Stock sofort durch den noch viel schlimmeren Geruch nach brennendem Plastik abgelöst. Ungefähr zwanzig Meter neben dem fensterlosen Probenraum beginnt die grösste Müllhalde Nairobis und die brennt und brennt, soweit das Auge reicht.

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Elizabeth Njoroge, eine Frau, von der alle nur mit grösster Hochachtung sprechen, bringt mich morgens um zehn Uhr in den Slum nach Korogocho. Continue Reading →

Schlingensiefs Traum

Christoph Schlingensief (1960-2010) Foto: Siebbi

Christoph Schlingensief (1960-2010) Foto: Siebbi

Der im August verstorbene Christoph Schlingensief ist nach wie vor präsent. Trotz oder gerade aufgrund der Krankheit arbeitete er bis zum Schluss noch an vielen Projekten, die auch nach seinem Tod fortgeführt werden. Ein besonders großes Anliegen war ihm das Operndorf im afrikanischen Burkina Faso. Von Renata Wacker. Continue Reading →

Ideenkomprimat um Frankfurt Rhein-Main. Project M.

M_10s40 Leute aus der ganzen Welt werden in Hafencontainer gesteckt, versorgt und auf Ideen gepolt. Niemand weiß so wirklich, was die Aufgabe sein wird, aber irgendwie dreht es sich um das Image der Stadt Frankfurt und es wird darum gehen Impulse zu setzen, vielleicht möglichst groß, vielleicht möglichst anders. Das Motto des Ganzen: THINK WRONG. DO RIGHT. Von Sebastian Sobanski.

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MACRO – Balance zwischen Fortschritt und Bewahrung

Foto: Benjamin Philipp Born

Foto: Benjamin Philipp Born

Abseits der belebten römischen Altstadt befindet sich das Museum of Contemporary Art of Rome „MACRO“ in einem ehemaligen Industriekomplex. Die moderne, offen gestaltete Fassade des 1999 eröffneten MACRO hebt sich deutlich von den Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts erbauten Nachbarhäusern der Via Reggio Emilia ab. Der in der Architektur des MACRO zum Ausdruck gebrachte Kontrast von Erhalt und dynamischer Veränderung spiegelt das Konzept des Museums wider. Von Benjamin Born

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Ein Wochenende im Performance Hotel

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Das gute Geld. Die meisten Menschen streben danach, wollen es haben, besitzen oder gegen Wert eintauschen. An diesem Wochenende habe ich zum ersten mal Leute bewusst wahrgenommen, die auch mal Ekel und Abneigung verspührten. Der Grund dafür liegt wiederum irgendwo in Stuttgart, in einem Hotel der besonderen Art, das von dem Künstler Bjung Chul Kim geführt wird. Von Sebastian Sobanski.

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